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Riech dich wohl!Es gibt sie einfach, diese Tage, wo uns alles grau erscheint. Die Decke über den Kopf ist
die eine Möglichkeit. Die andere: Tief durchatmen! Passende Aromen, richtig angewendet,
sind Seelen- und Körpertherapie gleichermaßen. Und bringen Dich wieder auf die
Erde. Oder in Richtung Himmel. Je nachdem, wo Du hin willst. Immer der Nase nach
"Dufte!" sagte man in den 70ern und traf damit genau den Punkt. "Dufte" war einfach durch und durch gut. "Ich kann dich gut riechen", ist im sprichwörtlichen Sinn ebenfalls ein ausschließlich positives Gefühl einer Person gegenüber. Der Schuh passt
auch andersrum: "Das stinkt zum Himmel" bedarf keiner weiteren Erklärung. Und ist weiteres Indiz dafür, dass Düfte und Aromen direkt ins limbische System unseres
Gehirns vordringen, das verantwortlich ist für unsere Gefühle.
Diesen Mechanismus, den Gerüche auslösen, macht sich die Aromatherapie zunutze: Mittels konzentrierter
Öle werden nicht nur Stimmungen erzeugt, sondern sogar Krankheiten gelindert oder geheilt. Düfte und Aromen sorgen für gute Laune, stimulieren die Sinne und tragen
zur Entspannung bei. Während Wissenschaftler erforschen, warum Gerüche Emotionen, Assoziationen und pharmakologische Reaktionen auslösen, behandeln inzwischen sogar Schulmediziner mit den ätherischen Ölen Infekte, Wunden, Magen-
Darm- und Hautprobleme.
Flower-Power
Initiiert wurde die Aromatherapie im Jahr 1928 von dem französischen Chemiker René Gattefossé. Er untersuchte die ätherischen Öle, die Heilkundige und Priester schon lange Zeit vorher zu Heilzwecken oder kultischen Handlungen benutzt hatten,
im Hinblick auf eine moderne, zeitgemäße Aromatherapie. Ätherische Öle werden aus Pflanzen gewonnen. Geradezu volltrunken sind Pflanzen wie Kamille, Rosmarin, Thymia
oder Sandelholz, Rosen hingegen geben nur wenig her und sind als Öl entsprechend
teuer.
Balsam für die Seele

Aromatherapeuten gehen davon aus, dass jede Pflanze ein Energiepotenzial
hat, das sie durch ihren Duft auf den Menschen übertragen kann. Bei dem werden dadurch die natürlichen Selbstheilungskräfte aktiviert. Das Gleichgewicht zwischen Körper und Seele und die innere Harmonie werden wieder hergestellt. Dementsprechend sind es vor allem psychosomatisch mitverursachte Beschwerden
wie Schlafstörungen, Verstimmung oder Nervosität, die man zunächst mit den duftenden Ölen zu vertreiben versucht. Bei Erkältungen, Wechseljahrs- oder Magen-Darm- Beschwerden werden die Öle als unterstützende Hilfsmaßnahmen eingesetzt.
Rein und ohne Reue
Der Riesenvorteil ätherischer Öle: Sie haben - bei richtiger Verwendung
- keinerlei Nebenwirkungen. Man muss nicht viel mehr beachten als die richtige Dosierung und Anwendungsart. So sollten sie nie unverdünnt angewandt werden, auf
allergische Reaktionen ist zu achten, und auch während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Wellness Homemade

Weiterer Vorteil der Aromatherapie: Nachdem sie nicht als Arzneimittel gelten, sind sie frei verkäuflich und können jederzeit von jedermann angewendet werden. Mit genauer Selbstbeobachtung, einem guten Buch, das über die Techniken und Anwendung aufklärt, und den richtigen Ölen kannst Du Dir zu Hause Wellness selber basteln. Darüber hinaus kannst Du auch Dir und Deinem Lieben eine Rundum-Versorgung
für Leib und Seele angedeihen lassen. Ob als Aromabad, Massage oder Inhalation, stark verdünnt als Einnahme oder als Duftwolke durch die Räume - das bleibt Dir
und Deinen Bedürfnissen überlassen.
Tipp: Aromen für jeden Tag
Die wichtigsten ätherischen Öle für Dein Wohlbefinden:
- Angelikawurzel: magenstärkend, verdauungsanregend, geistig stabilisierend
- Anisöl: krampflösend, schleimfördernd, harntreibend, appetitanregend, angstlösend,
lindernd und tröstend • Baldrian: beruhigend, krampflösend, angstlösend
- Bergamotte: antiseptisch, fiebersenkend, entkrampfend, nervenentspannend, stimmungsaufhellend, beruhigend
- Immortelle: schmerzlindernd, krampflösend, harmonisierend, stabilisierend (Vorsicht!
Wirkt psychisch sehr intensiv)
- Latschenkiefer: antiseptisch, entzündungswidrig, erfrischend, nervenstärkend
- Lavendel: schmerzlindernd, antiseptisch, wundheilend, insektenabweisend
- Orangenöl: herzstärkend, desinfizierend, erheiternd, harmonisierend,
antidepressiv
- Teebaumöl: (vor allem in direkter Anwendung) wundheilend, entzündungshemmend
- Zitronenöl: entzündungshemmend, säureregulierend, fiebersenkend, konzentrationsfördernd, leistungssteigernd
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