Nicht umsonst wird Moschus als "König" unter den Duftstoffen bezeichnet. In seiner Struktur dem Sexuallockstoff Pheromon ähnlich, sagt man ihm eine aphrodisierende Wirkung nach.
Moschus als Heilmittel

Moschus ist ein Drüsen-Sekret des Moschushirsches, der im ostasiatischen Hochland lebt. Das Sekret befindet sich in der walnussgroßen Drüse am Bauch des Hirsches. Um den wertvollen Stoff zu gewinnen, entfernt man die Drüse dem erlegten Tier und trocknet sie.
Schon seit dem Altertum ist Moschus bekannt: Damals wurde es vor allem als Heilmittel gegen viele Arten von Beschwerden eingesetzt. Im Mittelalter sagte man ihm sogar eine Schutzwirkung vor der Pest nach. So trugen die Reichen kleine Kugeln an Ketten um den Hals, die Moschus enthielten.
Auch in der Parfumherstellung spielte Moschus seit den Anfängen eine wichtige Rolle. Die Kreuzritter waren es schließlich, die ihn nach Europa brachten, wo er als Aphrodisiakum bekannt wurde. Marco Polo verwendete Moschus sogar als Zahlungsmittel auf seinen Reisen.
Moschus - der Duft der Liebe
So stark nachgefragt ist Moschus vor allem deswegen, weil man ihm eine Ähnlichkeit mit Pheromonen - den Sexuallockstoffen - nachsagt. Wird er aufgetragen, so heißt es, können sich vor allen Dingen Frauen seiner erotisierenden Wirkung kaum entziehen. Gerade deswegen bildet er die Basis zahlreicher, vorwiegend männlicher, Parfums.
Um die Moschushirsche zu schützen und den Stoff auch in größerer Menge zur Verfügung zu haben, wird Moschus heute hauptsächlich synthehtisch hergestellt. Dem Chemiker Albert Baur gelang es 1888, Moschus künstlich herzustellen. Allerdings ist die Nachfrage nach tierischem Moschus ungebrochen, da er in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine große Rolle spielt und hier kein synthetischer Ersatzstoff verwendet wird.
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